F-Class schießen in Deutschland

Um genauer zu erläutern, worum es beim F-Class schießen geht, möchten wir hier einen Artikel aus dem August 2014 von Horst J. Mitera veröffentlichen und bedanken uns für die freundliche Genehmigung des Autors.

 

Die F-Class in Deutschland

Hintergründe

Den Anstoß zur Entwicklung der F–Class gab George Farquharson aus British Columbia, Kanada Ende der ’80 Jahre. Diese Variante des Long Range Schießens sollte es Schützen, die auf Grund ihres Alters oder körperlicher Gebrechen nicht mehr an Target Rifle Wettbewerben teilnehmen konnten, ermöglichen diesen Sport weiter auszuüben.

1990 wurde die F–Class erstmals bei den Kanadischen Meisterschaften auf der Connaught Range, Ottawa geschossen. Dank Jim Thompson, damals geschäftsführender Vizepräsident der DCRA und Match Direktor, gehört die „Farquharson Trophy“ seit diesem Zeitpunkt zum Programm der kanadischen Long Range Meisterschaften. Sie erfreute sich stetig steigender Teilnehmerzahlen, viele Schützen davon aus den USA.

In der Folgezeit pflanzte sich der F-Class Virus, auch Dank des Internets, weltweit weiter. So z.B. nach Australien, Großbritannien, Südafrika und Deutschland.

F-Class in Deutschland

1994 veranstaltete Wolfgang Krause, als ZG Referent des BDMP e.V., mit ZG 3 Gewehren den 1. Sniper Cup ( 300-400-600-800-1000 m ) auf der Diana Range im Sennelager. 1997 erlebte diese Veranstaltung ihren Höhepunkt mit über 100 Startern und Teilnehmern aus den USA, Südafrika, Israel und den europäischen Nachbarländern.

Internationale Erfolge für den BDMP

1997 startete mit Raimund Weber (BDMP) auch erstmals ein deutscher Teilnehmer in der F-Class bei den kanadischen Meisterschaften. 1998 konnte dann Raimund Weber, für den BDMP e.V. startend, die F-Class Wertung und damit die „Farquharson Trophy“ für sich entscheiden.

Optimales Training auf der Diana Range

Eine Folge dieser verbesserten Trainingsmöglichkeiten war, dass im Jahr 2000 mit Wolfgang Scholze und Harald Pötker zwei Mitglieder der BDMP Kanada Mannschaft den 1. bzw. 2. Platz in der „Farquharson Trophy“ belegten. 2001 erreichten BDMP F-Class Schützen die Plätze 2., 7. und 13. in der „Farquharson Trophy“. Im gleichen Jahr konnte Wolfgang Scholze die US-amerikanischen F-Class Schützen beim Rocky Mountain Palma Match in Raton, New Mexico und beim Colorado Palma Match in Byers, Colorado in ihre Schranken verweisen und jeweils den 1. Platz in der F-Class Wertung erreichen.

Seit 1999 konnten F-Class Schützen beim Imperial Meeting in Bisley starten. Auch hier konnte Wolfgang Scholze (BDMP) mit dem Gewinn des F-Class Queen’s Prize 2000 und 2002, sowie dem 2. Platz im F-Class Grand Aggregate 2001 eindrucksvolle Erfolge erzielen.

F-Class Weltmeisterschaft, eine Idee wird Wirklichkeit

Ende 1999 brachten einige Schützen im Internet die Idee auf, eine F-Class Weltmeisterschaft abzuhalten. Diese Idee wurde mit großen Enthusiasmus aufgenommen und weiterentwickelt. Dabei engagierten sich mit Bill Wylde (USA), Larry Bartholome (USA), Andrew Larkin (AUS), Graham Derby (NZ), John Knight (GB), Jim McAllister (GB), Laurie Ingram (GB), Keith Cunningham (CAN) und Jim Thompson (CAN), um nur einige zu nennen, Personen von großer internationaler Reputation als Schützen, Coache, Match Direktoren, Büchsenmacher oder Waffentechniker. So erhielt der „Einfall“ den benötigten Schwung um von einer „Kopfgeburt“ Wirklichkeit zu werden.

Schnell war klar das als erster Austragungsort nur Kanada, und hier wiederum Ottawa, in Frage kam. Die Möglichkeit die „Farquharson Trophy“, unter Hinzuziehung einiger weiterer Target Rifle Wettkämpfe die im Vorfeld des Kanadischen TR/F-Class Grand Aggregate als „Warm Ups“ abgehalten werden, zur F-Class Weltmeisterschaft aufzuwerten wurde, nach intensiver Diskussion auf der „Fullbore List“, verworfen. Es wurde Übereinstimmung erzielt, das die F-Class WM als separater Wettkampf im Anschluss an die kanadischen Meisterschaften und damit an die „Farquharson Trophy“ stattfinden sollte.

Da ein solcher „neuer“ Wettbewerb eines gewissen Vorlaufes bedarf und somit eine kurzfristige Umsetzung nicht möglich war, setzte sich als Termin für die 1. F-Class Weltmeisterschaft das Jahr 2002 durch.

WM Vorbereitungen

Als Distanzen wurden nur Long Range Distanzen, sprich 700 – 800 – 900 m, festgelegt. Beim Ablauf orientierte man sich an den US Long Range Matchen ( Palma Course: 2 Probe und 15 Wertungsschüsse auf 700 – 800 – 900 m plus 2 Probe und 20 Wertungsschüsse auf 900 m) zwei Schützen im Wechsel (Pair) auf die kanadische 5er Ring Scheibe mit dem V – Bull = 6 geschossen werden sollte.

Für das Team Schießen wurde festgelegt, das je Nation 8 Schützen, 2 Target Coache, ein Main Coach, ein Adjutant und ein Team Captain antreten. Des weiteren wurde ein Open Team Match mit je 4 Schützen, einem Coach und einem Team Captain eingerichtet.

Die erste Weltmeisterschaft in der Neuen F-Class konnte 2002 starten und begann mit einem Paukenschlag.

Der BDMP stellte mit Wolfgang Scholze 2002 den ersten Weltmeister in der Geschichte der F-Class.

RESULTS OF THE

1st F CLASS WORLD CHAMPIONSHIP“

Dominion of Canada Rifle Association
August 26-28, 2002

Starter 138

Teams 6 = HPS 2160 Team Score

1. TEAM U.S.A. 2068

2. AUSTRALIA 2054

3. SOUTH AFRICA 2038

4. GREAT BRITAINS „F“ CLASS TEAM 2034

5. CANADA 2031

6. GERMANY 1944

1. World Champion F-Class – SCHOLZE, WOLFGANG, BDMP

Gold Badge

silver-badge

…receives MilCun Challenge Shield,

Silver Badge 2. BARTHOLOME, LARRY, EL PASO, TX, USA

Bronze Badge 3. CRONE, ROBERT, S BOSTON, VA, USA

 

Schreibe einen Kommentar